Cubicle-Philipp-Valenta

Philipp Valenta
Cubicle
Museum im Bügeleisenhaus Hattingen

ab 24. Januar 2021
Kuratiert von Roger Rohrbach


An der Giebelseite des Bügeleisenhauses tritt die skulpturale Zeichnung Cubicle von Philipp Valenta in den öffentlichen Raum. Das Wandobjekt zeichnet in originalen Maßverhältnissen die Formen des Action Office II, der ersten serienmäßigen Großraumbüroausstattung, nach. Alle „Objektmöbel“ von Kabinenbüros lassen sich auf das Action Office II zurückführen.
Dem voraus gingen Studien von Anthropolog:innen, Mathematiker:innen und Designer:innen, die untersuchten, wie Menschen in einem Büro arbeiteten und sich die Arbeitsumgebung auf die Leistung auswirke: Um die Effizienz auf einem kleinen Raum zu maximieren, bedarf es sowohl der Privatsphäre als auch der Interaktion mit Kolleg:innen. So schaffte das AO II die vorherrschenden Großraumbüros ab, indem es flexibel und schnell montiert, ferner den Bedürfnissen der Mitarbeitenden persönlich angepasst, werden konnte. Die Variante Resolve wurde in den 1990er Jahren für die Sammlung des Museum of Modern Art erworben. Neben diesen Erfolgen und hohen Verkaufszahlen geriet die Idee des AO II als System einer Arbeitsumgebung mit entmenschlichender Wirkung in Kritik. Durch die Installation an der Fassade des Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert wird der serielle Gedanke, der beiden „Bauweisen“ inne ist, besonders präsent und reflektiert das derzeitige Arbeitsleben, welches durch das Home-Office geprägt und in private Räume verlagert wird.
Welche Auswirkungen hat das auf uns und unsere Arbeitsweise?

Vielen Dank an den Hattinger Dachdecker-Meisterbetrieb von Hans-Christoph Berster, Lars Friedrich, den Vorsitzenden des Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V. sowie der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hattingen.

Philipp Valenta, Cubicle, 2016, Wandobjekte aus MDF und Lack, 160 cm x 160 cm x 4,5 cm.