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Ausstellungsansicht: Philipp Valenta, Queerbalken, 2021,
„World´s pinkes pink“ auf Holz 500 x 16 x 16 cm, St. Marien Kirche Eickel

Philipp Valenta – Queerbalken
St. Marien Kirche Eickel 
28. und 29. Mai 2021 
 
Als bildhauerisches Objekt erinnert das Werk bei der ersten Betrachtung an ein Werk Konkreter Kunst von auffällig leuchtender und kräftiger Farbigkeit. Mit der Aufhängung im Chorraum der Kirche lässt sich eine Parallele zu den Querbalken mittelalterlicher Triumphkreuze erkennen, die – angedeutet im Namen – auf den Triumph des auferstandenen Christus über den Tod verweisen.
 

Für die Kolorierung des Balken nutzt Philipp Valenta das „worlds pinkest pink“, welches Stuart Semple anlässlich der Monopolisierung des schwärzesten Schwarz entwickelte: Vantablack wurde 2014 für die Nutzung im militärischen sowie im Bereich der Luftfahrt konzipiert. Das Pigment macht etwa Tarnkappenbomber für das Radar unsichtbar und absorbiert 99,96 Prozent des Lichts. Im Bereich der Kunst ist die Nutzung der Farbe Anish Kapoor vorbehalten, der für seine auf den Boden gemalten, schwarzen Löcher bekannt ist. Dieses Monopol löste eine vieldiskutierte Debatte aus, die auch die Wichtigkeit und Konnotationen einzelner Farben herausstellt. So mag der Streit um Farben wie Nivea-Blau und Sparkassen-Rot, deren Aufzählung viele Beispiele nennen könnte, in der Gesellschaft prominenter sein und zeigt auf, wie eine Farbe mit einer Marke verbunden ist.

 

Durch den Titel ‚Queerbalken‘ nutzt und lenkt Philipp Valenta die Konnotation und Interpretation der Farbe Pink und verweist durch seine Arbeit auf queeres Denken und LSBTTIQ*-Bewegungen, die sich im Werk und die angesprochenen Debatten mit den Themenfeldern Wissenschaft, Militär und dem Künstler als „Marke“ vermischen.
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Ausstellungsansicht: Philipp Valenta, Queerbalken, 2021,
„World´s pinkes pink“ auf Holz 500 x 16 x 16 cm, St. Marien Kirche Eickel

Fotos: Philipp Valenta